Arbeiterkammer fordert Abschaffung befristeter Mietverträge

Die Arbeiterkammer spricht sich gegen befristete Mietverträge aus. Diese schaffen nach Ansicht der AK Unsicherheiten für Mieter in einem angespannten Wohnungsmarkt.
Die Arbeiterkammer (AK) hat sich in einer aktuellen Stellungnahme gegen befristete Mietverträge ausgesprochen. Nach Ansicht der Interessenvertretung führen solche Verträge zu erheblichen Unsicherheiten für Mieterinnen und Mieter, insbesondere in einem Wohnungsmarkt, der sich ständig verschärft. Die Forderung zielt darauf ab, Mietverhältnisse grundsätzlich unbefristet zu gestalten, um langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten.
Befristete Mietverträge sind in Österreich weit verbreitet und betreffen vor allem Neubauten sowie Wohnungen im teuren Segment. Rechtlich basieren sie auf dem Mietrechtsgesetz (MRG), das befristete Hauptmietverträge unter bestimmten Voraussetzungen zulässt. Die AK kritisiert, dass Mieter bei Auslaufen der Befristung oft vor der Wahl stehen, einen deutlich höheren Mietzins zu akzeptieren oder die Wohnung zu verlassen. Dies führe zu einer ständigen Verunsicherung und erschwere die Lebensplanung, etwa in Bezug auf Familie oder Beruf.
Die konkreten Auswirkungen der geforderten Abschaffung wären weitreichend. Für Mieter würde dies bedeuten, dass sie nach Ablauf der ursprünglichen Vertragsdauer nicht mehr mit einer automatischen Beendigung rechnen müssten. Vermieter hingegen müssten auf andere Instrumente zurückgreifen, um bei berechtigtem Eigenbedarf oder Vertragsverletzungen zu kündigen. Die AK argumentiert, dass dies den Wohnungsmarkt stabilisieren und Mieter vor Verdrängung schützen würde. In Zeiten steigender Mieten und knappen Wohnraums sei dies ein notwendiger Schritt.
Betroffene Mieter, die aktuell in einem befristeten Vertrag leben, sollten ihre Situation prüfen. Die AK empfiehlt, bei Auslaufen der Befristung rechtzeitig das Gespräch mit dem Vermieter zu suchen und gegebenenfalls eine Verlängerung zu verhandeln. Wer unsicher ist, kann auf die Beratungsangebote der AK zurückgreifen. Zudem bietet Meine & Deine mit dem Mietzins-Check ein internes Tool, um die ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln und mögliche Überzahlungen zu erkennen.