Statistik Austria: Baugenehmigungen für Wohnungen brechen um 23 % ein

Die Zahl der genehmigten Wohnungen in Österreich ist 2025 um 23,4 Prozent auf rund 38.700 Einheiten gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit 2010. Besonders stark betroffen ist der Geschosswohnungsbau in Wien und der Steiermark.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Österreich ist im Jahr 2025 drastisch eingebrochen. Laut aktuellen Daten der Statistik Austria wurden nur noch rund 38.700 Wohneinheiten genehmigt, was einem Rückgang von 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2010. Der Einbruch betrifft vor allem den Geschosswohnungsbau, also Mehrfamilienhäuser, und konzentriert sich regional auf Wien und die Steiermark. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies eine deutliche Verknappung des künftigen Angebots, was mittelfristig Auswirkungen auf Miet- und Kaufpreise haben könnte.
Der Rückgang der Baugenehmigungen setzt einen Trend fort, der bereits in den Vorjahren zu beobachten war. Steigende Baukosten, höhere Zinsen und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen haben viele Bauträger dazu veranlasst, Projekte zurückzustellen oder ganz zu stornieren. Die Genehmigungszahlen gelten als Frühindikator für das künftige Bauvolumen, da zwischen Genehmigung und Fertigstellung in der Regel ein bis zwei Jahre liegen. Der aktuelle Einbruch signalisiert daher, dass die Neubautätigkeit in den kommenden Jahren weiter abnehmen wird, was die ohnehin angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärfen dürfte.
Für Mieter und Wohnungssuchende bedeutet diese Entwicklung eine weitere Verknappung des Angebots. In Ballungszentren wie Wien, wo die Nachfrage traditionell hoch ist, könnten die Mietpreise weiter steigen. Auch für Käufer von Eigentumswohnungen wird die Auswahl geringer, während die Preise auf hohem Niveau bleiben dürften. Besonders betroffen ist der Geschosswohnungsbau, der einen Großteil des städtischen Wohnungsneubaus ausmacht. Die Steiermark verzeichnet ebenfalls einen deutlichen Rückgang, was auf eine landesweite Tendenz hindeutet. Die aktuellen Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit, neue Anreize für den Wohnungsbau zu schaffen, um einer weiteren Verschärfung der Wohnungsknappheit entgegenzuwirken.
Angesichts dieser Entwicklung sollten Interessenten ihre Optionen frühzeitig prüfen. Wer eine Wohnung sucht, kann mit einem Mietzins-Check prüfen, ob die geforderten Mieten ortsüblich sind. Auch ein Kaution-Rechner hilft, die finanziellen Verpflichtungen realistisch einzuschätzen. Für Bauwillige empfiehlt es sich, die Förderlandschaft der Länder genau zu analysieren, da viele Bundesländer eigene Programme zur Stützung des Wohnbaus aufgelegt haben. Eine frühzeitige Planung und Beratung kann helfen, die Auswirkungen des Genehmigungsrückgangs abzufedern.