GESIBA-Besetzung: SPÖ-Wien fordert Wechsel an der Spitze

Die SPÖ Wien strebt einen Wechsel an der Spitze der gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft GESIBA an. Konkret soll Josef Ostermayer den bisherigen Chef ersetzen. Die FPÖ kritisiert diesen Vorstoß als politischen Putsch gegen Mieterinteressen.
Die SPÖ Wien hat einen Wechsel an der Spitze der GESIBA, einer der größten gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften der Stadt, forciert. Konkret soll der frühere SPÖ-Politiker Josef Ostermayer den bisherigen Geschäftsführer ablösen. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte um leistbares Wohnen in der Bundeshauptstadt anhält. Die Oppositionspartei FPÖ wirft der SPÖ vor, mit diesem Schritt parteipolitische Interessen über die Anliegen tausender Mieter zu stellen.
Die GESIBA verwaltet einen bedeutenden Teil des geförderten Wohnungsbestands in Wien. Die Geschäftsführung dieser Gesellschaften unterliegt traditionell politischen Einflüssen, da die Stadt als Eigentümerin die Besetzung der Führungsposten bestimmt. In der Vergangenheit gab es wiederholt Diskussionen über die fachliche Eignung und politische Unabhängigkeit der handelnden Personen. Der aktuelle Vorstoß der SPÖ, Ostermayer zu installieren, wird von der FPÖ als Versuch gewertet, die Gesellschaft noch stärker an die Partei zu binden.
Für die Mieter der GESIBA könnte ein Wechsel an der Spitze mittelfristig Auswirkungen auf die Geschäftspolitik haben. Ein neuer Geschäftsführer könnte etwa andere Schwerpunkte bei Sanierungen, Neubauten oder der Mietpreisgestaltung setzen. Die FPÖ befürchtet, dass die Interessen der Mieter hinter parteipolitischen Kalkülen zurückstehen. Die genauen Pläne Ostermayers für die GESIBA sind bislang nicht öffentlich bekannt. Die Auseinandersetzung um die Besetzung zeigt, wie stark wohnungspolitische Entscheidungen in Wien von politischen Mehrheiten abhängen.
Betroffene Mieter der GESIBA sollten die weitere Entwicklung aufmerksam verfolgen. Sollte es zu einem Führungswechsel kommen, könnten sich Änderungen in der Kommunikation oder bei geplanten Projekten ergeben. Wer seine Rechte als Mieter kennt, kann bei Unklarheiten den Mietzins-Check von Meine & Deine nutzen. Auch der Kaution-Rechner hilft, offene Forderungen zu prüfen. Grundsätzlich gilt: Die Geschäftsführung einer gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft ist dem Gemeinwohl verpflichtet, nicht einzelnen Parteien.