GdW kritisiert Vergabebeschleunigungsgesetz als unzureichend
Der GdW bewertet das Vergabebeschleunigungsgesetz als unzureichend. Es drohten zusätzliche Bürokratie und Verzögerungen beim Wohnungsbau. Der Verband fordert Nachbesserungen.
Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat das geplante Vergabebeschleunigungsgesetz kritisiert. Nach Ansicht des Verbands bleibt der Gesetzesentwurf hinter dem erklärten Ziel zurück, Planungs- und Bauprozesse in Deutschland zu beschleunigen. Stattdessen drohten zusätzliche bürokratische Hürden, die den ohnehin stockenden Wohnungsbau weiter ausbremsen könnten. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bauwirtschaft unter hohen Kosten und langen Genehmigungsverfahren leidet.
Das Vergabebeschleunigungsgesetz soll eigentlich dazu dienen, öffentliche Ausschreibungen und Bauvorhaben schneller umzusetzen. Der GdW bemängelt jedoch, dass die vorgesehenen Regelungen in der Praxis zu mehr statt weniger Verwaltungsaufwand führen. Insbesondere die geplanten Nachweis- und Dokumentationspflichten könnten kleine und mittlere Wohnungsunternehmen überfordern. Der Verband verweist auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt, wo dringend benötigter Neubau durch langwierige Vergabeverfahren verzögert wird.
Für Wohnungsunternehmen und Bauträger bedeutet das Gesetz in seiner jetzigen Form voraussichtlich keine Entlastung. Statt einer Vereinfachung der Vergabepraxis befürchtet der GdW längere Verfahren und höhere Kosten, die letztlich auf die Mieter umgelegt werden könnten. Der Verband fordert daher eine Überarbeitung des Entwurfs mit dem Ziel, die Vergaberegeln zu straffen und auf unnötige Bürokratie zu verzichten. Nur so könne der Wohnungsbau tatsächlich beschleunigt werden.
Betroffene Unternehmen sollten die weitere parlamentarische Debatte aufmerksam verfolgen und ihre Erfahrungen mit der aktuellen Vergabepraxis in die Verbände einbringen. Der GdW kündigt an, sich weiterhin für praxistaugliche Lösungen einzusetzen. Für eine erste Einschätzung der eigenen Projekte können Wohnungsunternehmen auf interne Tools wie den Mietzins-Check oder den Kaution-Rechner von Meine & Deine zurückgreifen, um finanzielle Auswirkungen besser kalkulieren zu können.